Interview mit dem Autor von „Volle Socke Nick“

„Nick fährt volle Socke mit seinem BMW. Er trinkt volle Socke auf Partys. Im Job versucht er volle Socke zu chillen. Und Nick findet sein Leben so auch voll perfekt! Aber dann gewinnt er einen Preis, der geradezu überirdisch ist.“

Bei diesen Zeilen wird wohl der eine oder andere hellhörig. Wer ist dieser Nick? Was ist er für ein Typ? Und was zum Teufel ist das für ein Preis, den er plötzlich gewinnt?

Genauso ging es mir, als ich den Klappentext von „Volle Socke Nick“ las. Schnell besorgte ich mir das zugegeben dünne Buch (52 Seiten) und las es in einem Zug durch. Während der Lektüre schwirrten mir zahllose Gedanken durch den Kopf, alle begleitet von Begriffen wie „verrückt“, „überzogen“, „schockierend“, „albern“ und „lustig“.

Wolf Vierblatt, der Autor dieses Stücks, gibt im folgenden Interview einen kleinen Einblick in dein erstes Buch:

Queer durch die Medien: Nick ist ein Kerl, der am liebsten in den Tag hinein lebt und sich nicht von Konventionen und Regeln das Leben vorschreiben lassen will. Wie sehr ähnelt die Figur im Roman „Volle Socke Nick“ dir selbst?

Wolf Vierblatt: Wäre ich wie Nick, wäre mein Leben sicher sehr viel lustiger – aber auch um Längen chaotischer. Ich bin ein ziemlich ordentlicher und verantwortungsvoller Typ, darum macht es mir umso mehr Spaß, mit Nick mal gedanklich eine andere Seite auszuprobieren. Allerdings bin ich mir immer noch nicht ganz sicher, ob ich wirklich mit ihm würde tauschen wollen.

Queer durch die Medien: Insgesamt ist das Buch verdammt ehrlich und zielt darauf ab, an den verschiedenen Stellen zu schockieren (oder zumindest zu empören). Ich denke da an die Reaktion Nicks, als sein Vorgesetzter vor seinen Augen (und Füßen) stirbt. Was steckt hinter Nicks Benehmen?

Wolf Vierblatt: Nick geht ziemlich rücksichtslos durchs Leben. Er meint es nicht böse, aber im Grunde ist er zutiefst egoistisch. Natürlich ist das nicht nett, und es entspricht nicht den allgemeinen Spielregeln unseres menschlichen Miteinanders. Aber es ist auf gewisse Art befreiend, wie er die Dinge sieht – beziehungsweise an den Dingen vorbeisieht, wenn sie ansonsten drohen, ihn in seinen Ansichten und seinem Umgang mit dem Leben auszubremsen. Natürlich sind die Situationen im Buch überzogen, denn zu empören ist gar nicht so leicht. Im Grunde reicht es mir schon, die Nachrichten zu hören, um empört zu sein. Wenn ich aber wählen kann, möchte ich lieber durch einen Chaot wie Nick schockiert sein, als über diverse Dinge, die sich zum Beispiel politisch ereignen. Nick holt den Leser in einen gesicherten Bereich, in dem er sich auf angenehme Weise aufregen darf – sozusagen eine Empörungs-Schutzzone. Ich finde, das macht ihn sympathisch.

Queer durch die Medien: Die Idee mit der galaktischen Lotterie ist einerseits witzig, andererseits doch recht abgehoben. Es gab sogar einen kurzen Moment, in dem ich gedacht habe: ‚Das hat er nicht wirklich so geschrieben, das ist doch total unglaubwürdig.‘ Hast du dir solche oder ähnliche Reaktionen bei den Passagen rund um die Aliens erhofft?

Wolf Vierblatt: Ja. Es sollte dem Ganzen die Krone aufsetzen. Abgesehen davon haben mir die Aliens angedroht, mich zu verklagen, wenn sie nicht einen angemessenen Platz im Roman einnehmen. Aber im Ernst: Nicks unverschämtes Glück konnte nur so erklärt werden. Oder vielleicht auch anders, doch dafür fehlte mir wohl die Fantasie.

Queer durch die Medien: Eine ganz persönliche Frage: Basiert Florens auf einer wahren Figur? Und wenn ja, gibt es diesen Florens in deinem Leben?

Wolf Vierblatt: Keine der Figuren basiert auf einem Menschen aus meinem Leben. Zumindest wäre mir das nicht bewusst. Zudem sind ja auch alle ziemlich überzeichnet. Einen Florens gibt es leider nicht in meinem Umfeld.

Queer durch die Medien: Welche Botschaft möchtest du den Lesern mit deinem Roman vermitteln? Warum sollten Sie es denn lesen?

Wolf Vierblatt: Mögliche Botschaften wären: Sei verrückt. Guck nicht ständig was die anderen machen. Leb dein Leben so glücklich wie möglich.

Und, ganz wichtig: Warte nicht auf den Gewinn der galaktischen Lotterie!

Lesen sollte man „Volle Socke Nick“ vor allem, um Spaß zu haben. Zum Abschalten vom Alltag. Zum Ausblenden der schlechten News. Wenn ich das beim Leser bewirken kann, ist mein größtes Ziel eigentlich erreicht. Die Sache mit dem Reichtum nehme ich dann halt als Nebeneffekt so hin – das ist aber nicht der Grund, warum ich finde, man sollte mein Buch lesen… Wirklich nicht, denn dafür genügt es ja, es einfach nur zu kaufen.

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Das Markenzeichen von Wolf Vierblatt: seine Regenbogensocken; Foto: Wolf Vierblatt

Infos zum Buch:

„Volle Socke Nick“ (52 Seiten)
Wolf Vierblatt
E-Book-Version, September 2018

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