Blogparade: „Meine Blogthemenbiografie“

So – nun ist es passiert! Ich habe mich bereits nach nur 5 Blogbeiträgen dazu entschieden, an einer Blogparade teilzunehmen. Genauer gesagt an der Blogparade „Meine Blogthemenbiografie“ vom Blog Steflei Fotografie.

Mithilfe dieses Posts möchte ich euch einen Blick hinter die Kulissen von „Queer durch die Medien“ werfen lassen und kurz erklären, warum ich mich für dieses Thema entschieden habe.

Wie der Stein ins Rollen kam…

Ich machte mich Ende Juni 2018 auf, eine Freundin im entfernten Frankfurt am Main zu besuchen (ich selbst wohne in der Nähe von Hamburg) und mit ihr das Wochenende zu verbringen. Eines unserer für diese zwei Tage gesteckte Ziel war es, mindestens die erste Hälfte der Staffel von „Queer Eye“ zu schauen – eine Reality-Serie, in dem sich die sogenannten Fab Five einer Person widmen und dieser Ratschläge zu Lifestyle, Ernährung, Haarpflege, Wohnungseinrichtung und Garderobe geben.

Was für die meisten jetzt nach einer banalen Make-Over-Serie mit schwulen Hauptfiguren klingt, ist in Wirklichkeit viel mehr als das. Denn die auserwählten Personen – in der Sendung „Heroes“ genannt – leiden größtenteils unter ihrer Lebenssituation und wissen nicht, wie sie aus diesem Teufelskreis herauskommen sollen. So gibt es den erfolgreichen Startup-Gründer, der sich nach und nach zurückgezogen hat und niemanden an sich ranlässt. Oder den introvertierten Mittdreißiger, der die Liebe seine Lebens gefunden hat, sich aber nicht traut ihr einen Heiratsantrag zu machen.

Ich kann euch sagen, bei jeder Folge, die wir uns angesehen haben, sind Tränen geflossen. Tränen des Glücks zum größten Teil. Denn die Fab Five schafften es bei jedem, mir ihrer aufgeschlossenen Art den Menschen hervorzubringen, der tief im Inneren eines jeden „Heroes“ schlummert.

Doch was die Sendung für mich besonders verdeutlicht und wovon ich selbst überzeugt bin: Durch Kommunikation und Interaktion können Barrieren überwunden und Mauern eingerissen werden – auch wenn man zunächst denkt, bestimmte Denkweisen und Lebensstile des anderen nicht zu mögen. Nur ein Beispiel ist Tom, der auf den ersten Blick wie ein Hinterwäldler rüberkommt, der offensichtlich nichts mit schwulen Menschen am Hut hat. Doch je mehr Zeit er mit Antoni, Tan, Jonathan, Karamo und Bobby verbringt, desto mehr wandelt sich das Bild, das der Zuschauer von Tom hat, sowie die Einstellung Toms gegenüber dem Thema „Schwul sein“.

Wie alles begann…

Ehrlich gesagt wusste ich gar nicht, dass ich nach dieser Serie mein ganzes Leben lang gesucht habe, denn schon sehr früh kam ich damit in Berührung, dass es gleichgeschlechtliche Beziehungen und somit Menschen gibt, die nach Ansicht der meisten Menschen dieser Welt keinen konventionellen oder traditionellen Lebensstil pflegen. Für mich galt diese Denkweise nie, da ich nicht in gesellschaftlichen Schubladen dachte und mir nicht vorstellen konnte, dass Männer keine Männer lieben dürfen, ebenso wenig wie Frauen keine Frauen lieben dürfen. Denn ich denke, dass auch die beste Freundschaft unter Männern bzw. Frauen nichts anderes als innige Liebe und Vertrauen zu einem Menschen ist – wenn auch nicht auf sexueller Ebene. Jedoch ist diese als solche in der Gesellschaft akzeptiert. Für mich nicht nachvollziehbar, warum man das trennen sollte.

Ich begann also schon recht früh, mich mit dem LGBT-Community auseinanderzusetzen. Es gab eine Vielzahl an Schlüsselmomenten: So galt in meiner Jugendzeit „schwul“ als Schimpfwort, was mich jedes Mal rasend machte. Hat man etwas getan, was anderen nicht gefiel, hieß es: „Ey, du bist doch schwul.“ Natürlich ist das nur die Spitze des Eisbergs und wahrlich nicht das Problem. Doch habe ich schon damals immer wieder versucht, den Menschen um mich herum klar zu machen, dass man damit nicht in erster Linie den Rezipienten des Gesagten beleidigt, sondern mit dieser Aussage eine ganze Reihe von Menschen und damit verbunden ihre Lebensweise sowie emotionale und sexuelle Vorliebe in den Dreck zieht.

Was das alles soll…

Man kann also sagen: Schon seit langem gehören Themen wie die Stonewall-Aufruhen, wichtige Personen wie Harvey Milk, aber auch Filme und Serien wie „Brokeback Mountain“ oder „Torchwood“ zu meinem Leben. Denn ich will das queere Leben in all seinen Facetten ergründen. Will wissen, wie es zu den Schwulen- und Lesbenbewegungen kam, wie das Thema „Homophobie“ früher und heute behandelt wird und welche Medien (egal ob Bewegtbild oder Druck) die LGBT-Community thematisieren.

Doch es sollte von Anfang an nicht um mich und mein Bedürfnis gehen, Wissen anzuhäufen. Vielmehr hatte ich mir von Anfang an vorgenommen: Wenn ich einen professionellen Web-Auftritt zur LGBT-Community aufbauen will, muss ich ein höheres Ziel verfolgen – und zwar: Die Gesellschaft von ihren Vorurteilen befreien und so ein Miteinander schaffen, statt ein Gegeneinander. Konkret gesagt möchte ich einfach meinen Teil dazu beitragen, die Welt ein kleines bisschen bunter zu machen und die Randgruppen nach und nach mit der gesellschaftlichen Mitte zu vereinen bzw. sie zu einem Teil zu machen.

Abschließend muss ich aber sagen, dass ich von der Verwirklichung meines Ziels noch sehr weit entfernt bin. Doch hält mich allerdings nichts davon ab, es auch weiterhin zur verfolgen. Denn die Menschen sind alle gleich und sollten auch so behandelt werden. Davon bin ich überzeugt und hoffe, das in meinem Blog auch verdeutlichen zu können.

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Vielen Dank fürs geduldige Lesen!

Eure Anja

4 Gedanken zu „Blogparade: „Meine Blogthemenbiografie“

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