Review: “Aramo – Schattenblut”

Wie ihr bereits wisst, habe ich im vergangenen Jahr die „Same Dream“-Box von Juliane von Like a Dream und Sarah von Same Nature bestellt, die neben verschiedenen Goodies rund um das Thema „Vampire“ auch zwei Bücher bereit hielt. Da ich über Silvester auf Reisen war, habe ich mir gedacht, dass ich eines davon – genauer gesagt „Aramo – Schattenblut“ – auf dem Flug lese.

Doch worum geht es in dem Buch? Der Hauptprotagonist ist Aramo, ein augenscheinlich 15-jähriger Knabe, der von dem Vampirpaar Philippe und James gefangen genommen wird. Doch schon nach kurzer Zeit stellt sich heraus, dass Aramo kein gewöhnlicher Junge ist, sondern ein Schattenwesen, dass sich ausschließlich von Elend und Leid ernährt und somit eine Gefahr für die Vampire und Menschen darstellt. Im weiteren Verlauf wird überlegt, ob man Aramo auf seine Seite ziehen kann oder ihn vernichten muss. Doch bis endlich eine Entscheidung gefallen ist, ist der Jüngling schon ausgewachsen und kann sein volles Potenzial als Schattenwesen entfalten. Der einzige Ausweg für die Vampire scheint nun, ihn auszuschalten. Aufgrund einer glücklichen Fügung stellt sich heraus, dass Philippe ein Lichtwesen ist und er es mit Aramo aufnehmen kann.

Klappentext

Weil die Beziehung von Philippe und seinem Gefährten James nicht mehr unter den besten Sternen steht, beschließt er, ihre Vampirfamilie zu erweitern. So begegnet er dem jungen Aramo, der sofort etwas in ihn rührt. Philippe ahnt jedoch nicht, dass der Bursche sie schon bald in einen Kampf zwischen Gut und Böse verwickeln wird.


Meinung

Positiv:

  • Die Figur des Aramo finde ich wirklich sehr schön ausgestaltet. Schon nach kurzer Zeit hatte ich ein Bild vor Augen und konnte mir recht lebhaft vorstellen, wie er aussieht und was seine Charakterzüge ausmachen. Außerdem habe ich auf jeder Seite mit ihm gefühlt und gelitten, bis er dann schlussendlich die Seiten wechselte und sich dem Bösen zuwandte.
  • Ganz klar der Schreibstil: Die Autorin schaffte es, mich durch ihre Art direkt mitzunehmen in die Story. Aufgrund der Kürze ist die Geschichte rasant. Der Grund dafür ist ganz klar darin zu sehen, welche Worte die Autorin gewählt hat. Zu keinem Zeitpunkt kommt beim Lesen man ins Schleudern oder stolpert über Passagen. Auch Langeweile kommt nicht wirklich auf, da man immer wissen will, wie es weitergeht.

Negativ:

  • Die anderen Figuren: Für meinen Geschmack wurden Philippe und James, aber auch viele andere Charaktere, nicht wirklich gut beschrieben. Man kann sich kein rechtes Bild von ihnen machen. Haben Sie blonde Haare, sind sie schlank? Welche Charakterzüge machen sie aus? Alles in allem sind die Figuren rund um Aramo doch sehr eindimensional und flach. Schade, gehören sie doch genauso zur Geschichte.
  • Die Entwicklung der Geschichte: Ich muss sagen, ich habe mir von dem Klappentext wirklich mehr erhofft. Was ich allerdings bekam, war eine Story, die zunächst sehr verworren schien, sich dann aber schnell in Wohlgefallen auflöste. Stehen Philippe und James mit Aramo zunächst vor einem schier unüberwindbaren Problem, da sie nicht wissen, wer/was er ist, so finden sie die Lösung dazu doch recht schnell. Und zwar bei der Urmutter der Vampire, die eigentlich nie aus ihrem Unterschlupf rauskommt, nun aber interessanterweise ganz schnell mit von der Partie ist.
  • Die Szenerie: Um ehrlich zu sein, konnte ich mir die ganze Zeit keinen Reim drauf machen, in welcher Zeit und an welchen Orten die Story stattfindet. Umso erstaunlicher war es, als ich las, dass die drei vermeintlichen Protagonisten in einer Kutsche durchs Land fuhren. Zwar speicherte ich diese Information ab, doch muss ich ehrlich gestehen, mich an keine andere Umgebungs- oder Zeitbeschreibung erinnern zu können, die nahe legt, dass der Kurzroman zum Beispiel im 17. Jahrhundert spielt.

Ausbaufähig:

  • Und wer sich fragt, was mit der Beziehung zwischen Philippe und James ist bzw. wie diese dargestellt wird, der wird schon ein wenig enttäuscht sein. Denn diese ist, obwohl sie an einigen Stellen erwähnt wird, nicht wirklich existent. Und das obwohl genau dieses Pairing bzw. ihre kriselnde Beziehung der Grund dafür war, warum Aramo überhaupt erst aufgenommen wurde. Hier hätte ich mir mehr Dynamik zwischen den beiden gewünscht.

Fazit

Mir ist bewusst, dass „Aramo“ ein Kurzroman ist, der sich auf einen Erlebnisstrang fokussiert und in abgespeckter Version eine Geschichte darstellt. Doch genau damit habe ich mich besonders schwer getan. Mir fehlten zu viele Zwischenschritte, weshalb die Story in meinen Augen zu einfach gestaltet war.

Insgesamt glaube ich, dass für mich das Format eines Kurzromans nicht funktioniert. Denn die gesamte Geschichte könnte meines Erachtens wirklich gut sein, wenn die Hintergrund-Geschichte klar dargestellt werden würde. Allerdings würde diese Story dann wieder zu einem Roman werden, was natürlich entgegen der Intention der Autorin ist, die ja einen Kurzroman verfassen wollte. Man sieht also, ich bin hin und her gerissen: Einerseits finde ich die Geschichte insgesamt spannend, andererseits komme ich mit dem Format des Kurzromans nicht klar.


Fakten zum Buch

Titel: „Aramo – Schattenblut“ | Autor: Sarah Cepin
Published by: Amazon Fulfillment| Erscheinungstermin: 08.08.2018 | Seitenzahl: 117 Seiten
ISBN: 978-1-717-88286-8| Preis: 2,99 Euro (Kindle-Version)

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